01d
Schifffahrtbrunnen-Denkmal

Schifffahrtbrunnen-Denkmal

Das Schiffahrtbrunnen-Denkmal besteht aus den originalen restaurierten Bronzefiguren des ehemaligen Schiffahrtbrunnens, die von einem dem Original nachgebauten Sockel getragen werden. Die Patenschaft hat die Stammtischgesellschaft „Nie gehässig“ übernommen. Standort ist der Wiener Platz (vor Woolworth).

Der ursprüngliche Standort des Schiffahrtbrunnens war das Ende des Mülheimer Boulevards (heute Clevischer Ring, Kreuzung Buchheimer Straße; die Buchheimer Straße führte seinerzeit noch über den Wiener Platz hinaus). Am anderen Ende der Promenade, dem heutigen Kreuzungspunkt des Clevischen Rings mit der Keupstraße stand der Handelsbrunnen. Schiffahrtbrunnen und Handelsbrunnen – 1913 von Wilhelm Wildermann erbaut - waren baugleich mit Ausnahme der zentralen Figur. Die Mittelfigur des Schiffahrtbrunnens zeigte eine Frau mit Anker als Symbolisierung der Anfänge von Mülheim als Fischerdorf. Den Handelsbrunnen, der von der Firma F&G gespendet wurde, zierte als Hauptfigur die Statue des Gott Merkurs, sitzend auf einer Kabelrolle als Sinnbild für Entwicklung zur Industriestadt. Zu beiden Seiten der Hauptfigur befinden sich Pferdeskulpturen. Auf den Pferden, deren Hinterteile als Flossen dargestellt sind, reiten Jünglinge, die mit kräftigen Armen Muschelschalen über ihren Köpfen halten, aus den seinerzeit Wasser sprudelte.

Mit Errichtung der Mülheimer Brücke wurde aus dem Boulevard eine befahrene Straße. Der Schiffahrt-Brunnen wurde abgebrochen; die Figuren eingelagert. Sie blieben über 50 Jahre verschollen, ehe sie in einem verborgenen Kämmerlein des Forts X wieder aufgefunden wurden. Auf einem originalgetreuen Sockel bilden die Figuren heute das Schiffahrtbrunnen-Denkmal an der Süd-Ost-Seite des Wiener Platzes, zwischen Bezirksrathaus und Woolworth.

Der Handelsbrunnen musste nicht wie sein Zwilling aufgrund des Umbaus der Promenade zur Autostraße demontiert werden, sondern konnte zunächst stehen bleiben. Doch was damals wie ein glücklicher Umstand aussah, erwies sich im 2. Weltkrieg als Pech. Der Handelsbrunnen bis auf das kreisrunde Gemäuer des Wasserbeckens zerstört. Das Mauerwerk des Wasserbeckens diente zeitweise als Blumenbeet, ist heute aber völlig überwuchert (Gelände Clevischer Ring / Ecke gegenüber Zweirad Jung).

BuiltWithNOF