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Dort, wo die Buchheimer Straße und die Mülheimer Freiheit sich kreuzen, stand einst die Wiege Mülheims. Damals war dies der Kreuzungspunkt des Weges, der vom Bergischen Land zum Rhein führte, und des parallel zum Rhein verlaufenden Handelsweges. Von hier aus entwickelte sich die Siedlungsstruktur Mülheims. Auf dem Grundstück der Mülheimer Freiheit 54 stand bis 1838 das Mülheimer Rathaus, was die Bedeutung dieses Ortes unterstreicht. An seiner Stelle wurde 1910 ein repräsentatives Wohn- und Geschäftshaus errichtet.
Als das Gebäude während des Zweiten Weltkriegs von einer Bombe getroffen wurde, brach der nördliche Teil des Gebäudes auf der Mülheimer Freiheit 54 / 56 über drei Etagen völlig weg. Das Dachgeschoss wurde zerstört. Mehr als ein halbes Jahrhundert blieb das Haus in diesem Zustand stehen und bildete einen der hässlichsten Schandflecke Mülheims. In den Trümmern wucherten Pflanzen bis zur Strauchgröße. Tauben richteten sich häuslich ein. Nur der südliche Gebäudeteil – direkt an der Ecke - verfügte noch über ein Ladenlokal und drei, leidlich bewohnbare Wohnungen, die bis Mitte 1999 von der Stadt Köln mit Wohnungslosen belegt wurden.
Die von Einschlägen getroffene Fassade bröckelte, drohte, zur Gefahr zu werden. Aus den offenstehenden Lichtschächten der Kellerräume drang Modergeruch. Die Anwohner kommunizierten nachhaltig ihre Empörung über diesen Zustand des Gebäudes. Aber der Eigentümer wollte die Bauruine erhalten als „Mahnmal“ für das Leid, das die Kölner ihm und seiner Familie während des Zweiten Weltkriegs angetan hatten. Die Stadt erteilte ein Modernisierungs- und Instandsetzungsgebot gegenüber dem Eigentümer. Nach einigem Hin und Her verkaufte der Eigentümer, mittlerweile schon in hohem Alter, die Bauruine an die Architekten Wansleben, die die Ruine in ein modernes Wohnhaus mit zwei Ladenlokalen im Erdgeschoss umbauten.
Das Café Pfaus01 knüpft an die Nutzung des Gebäudes vor dem Krieg an. Damals befand sich im Erdgeschoss ein Kolonialwarengeschäft, das unter anderem Kaffee ausschenkte, der in einer zweigeschossigen Halle im Hof geröstet wurde. Die alte, löchrige Fassade mitten im neuen, makellos weißen Putz soll die Erinnerung an die Geschichte des Gebäudes lebendig erhalten. Diese sogenannte Plombe ist ein technisch überarbeitetes altes Fassadenstück: Risse wurden ausgefugt, so dass nichts bröckeln kann; die Oberfläche wurde hydrophobiert, d.h. wasserabweisend gemacht. Diese Plombe mit der Struktur der alten Fassade soll die Erinnerung an die Geschichte des Gebäudes lebendig erhalten.
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